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Freundeskreis Sayner Hütte mit neuem Vorstand

Sascha Schoblocher und Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour sollen Verein in die Zukunft führen

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v.l.n.r.: Bürgermeister Christoph Mohr, Theresa Artzdorf, Ute Stuhlträger-Fathepour, Volker Gelhard, Thomas Naethe, Bettina Danne, Rehlinde Glöckner, Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Werner Hennemann, Sascha Schoblocher, Silvia Runkel, Jochen Schmidt, Manfred Hendrichs, Claudia Seidel, Guido Strüder und Jennifer Hörter.


Die historische Gießhalle der Sayner Hütte war stimmungsvolle Kulisse der jüngsten Mitgliederversammlung des Freundeskreises, die zum letzten Mal durch Rehlinde Glöckner in ihrer Funktion als Vorsitzende eröffnet wurde: Sie freue sich sehr, dass die historisch bedeutsame Anlage allmählich wieder in den Vordergrund rückt – als beliebter Treffpunkt für Besucher und Veranstaltungen. Corona habe auch hier bewirkt, dass das persönliche Miteinander nur sehr reduziert möglich war, was auch das Vereinsleben deutlich beeinträchtigt habe. Geschäftsführerin Steffi Zurmühlen, begrüßte die Teilnehmer im Namen der Stiftung Sayner Hütte, bevor die Versammlung in einer Schweigeminute ihrer in den letzten zwei Jahren verstorbenen Mitglieder und Förderer gedachte.


Es folgte eine ausführliche Darstellung der derzeitigen Bau- und Investitionsmaßnahmen durch Werner Prümm, Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung.

Derzeit wird mit Nachdruck an der Fertigstellung des Arkadengebäudes gearbeitet, dass im unteren Geschoss u.a. die Sanitär- und Garderobenräume für die Gießhalle aufnehmen soll. Im oberen Bereich entstehen museale Ausstellungsräume an deren Herrichtung mit Nachdruck gearbeitet wird. Rehlinde Glöckner, die dem Freundeskreis seit zehn Jahren vorstand, verwies auf eine starke Bilanz.

„Als der Verein im Jahre 2003 gegründet wurde, hat wohl niemand damit gerechnet, dass die Neuausrichtung des Denkmals Sayner Hütte einen so rasanten Verlauf nehmen würde. 2010 schrieb der Freundeskreis in seiner Charta: die Entwicklung der Sayner Hütte soll nicht länger auf wirtschaftliche Privatisierung ausgerichtet sein, um eine „Last“ für die öffentliche Hand loszuwerden. Vielmehr soll die „Lust“ wachsen, das außergewöhnliche Zeugnis einer Region mit Eisentradition zu sichern und zu präsentieren.“

Die Vorsitzende erinnerte an die zahlreichen Projekte, die inzwischen umgesetzt wurden, u.a. die Sanierung der gusseisernen Gießhalle, die Gründung der Stiftung Sayner Hütte, die Neuausrichtung der Maschinenbau-Halle aus der Ära Krupp, der Umbau- und die Inszenierung des Hochofens und nicht zuletzt, die Sanierung des Comptoirs aus dem Jahre 1769. An all diesen Maßnahmen war der Freundeskreis durch aktiven Einsatz, durch finanzielle Beiträge und Spenden seiner Förderer beteiligt.

Rehlinde Glöckner bedankte sich abschließend beim Vorstand, den sie als aktiv herausragendes Team bezeichnete. Sie habe seit Vereins-Gründung im Vorstand mitgearbeitet, davon die letzten zehn Jahre als Vorsitzende. Es seien intensive Jahre gewesen. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, die nächste Generation für den Freundeskreis zu interessieren.


Trotz Corona kann der Freundeskreis auf vielseitige Aktivitäten verweisen. Geschäftsführer Sascha Schoblocher freute sich, dass 18 neue Mitglieder für den Verein gewonnen wurden und skizzierte die umgesetzten Maßnahmen: Neben der Mitwirkung an zahlreichen Veranstaltungen in 2019 erfolgte die Fortsetzung der Schriftenreihe des Vereins durch den Band „Clemens Wenzeslaus“ – eine Aufarbeitung der Gründer-Zeit der Sayner Hütte seit 1769. Auch ein neuer Image-Flyer konnte auf den Weg gebracht werden. Großzügige Spenden aus der Mitgliedschaft ermöglichten darüber hinaus die Anschaffung von Kunstguss-Gegenständen, insbesondere eines historischen Oval-Ofens aus der Produktion der Sayner Hütte um 1830. Schatzmeister Guido Strüder hob die finanzielle Beteiligung des Freundeskreises an den Untersuchungen zur Prüfung der Welterbefähigkeit der Sayner Hütte hervor.


Der Antrag auf Nominierung für die Tentativliste zum UNESCO-Weltkulturerbe sei durch die Stadt gestellt, erklärte Bürgermeister Christoph Mohr. Eine Vergleichsstudie der FU Bergakademie Freiberg hatte bekräftigt, dass das Industriedenkmal die Kriterien für eine Welterbewürdigkeit erfüllt. Auch ein international besetztes Symposium hat diese Meinung bestätigt. „Zum Jahreswechsel ist mit einer Entscheidung des Landes zu rechnen“, erklärte der Rathauschef, und sprach den Mitgliedern des Freundeskreises seinen Dank aus, dass sie das Thema Weltkulturerbe vorangebracht haben.

Nach dem Bericht der Kassenprüfer, der von Anne Imig und Herbert Speyerer vorgelegt wurde, erteilte die Versammlung dem Vorstand die Entlastung und wählte unter der Versammlungsleitung von Bürgermeister Christoph Mohr Sascha Schoblocher zum neuen Vorsitzenden des Vereins und zur stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour.


Schatzmeister Guido Strüder und Schriftführerin Theresa Artzdorf wurden wiedergewählt, neuer Geschäftsführer des Vereins ist Jochen Schmidt. Beisitzer sind: Landrat Dr. Alexander Saftig, Bürgermeister Christoph Mohr, Dr. Heike Otto (Generaldirektorin Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz) Barbara Friedhofen Manfred Hendrichs, Werner Hennemann, Roman Hörter, Thomas Naethe, Silvia Runkel, Claudia Seidel, neu im Vorstand: Bettina Danne, Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Volker Gelhard, Dr. Roger Mielke. Anstelle der nicht mehr kandidierenden Kassenprüfer wurden Jennifer Hörter und Stefan Hackenbruch gewählt.


Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour würdigte die Verdienste der langjährigen Vorsitzenden und ihrer Stellvertreterin Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, die ebenfalls nicht mehr für den Vorstand kandierte:

„Ich darf heute mehrere ganz besondere Menschen aus dem Vorstand des Freundeskreises der Sayner Hütte verabschieden. Dabei blutet mir das Herz. Denn ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie es sich anfühlen wird, wie es gehen soll, ohne diese Menschen. Es sind die Säulen des Vereins, das Wissen, die Tatkraft, aber auch das Herz unseres Freundeskreises“.

Ihr besonderer Dank galt den scheidenden Beisitzern Werner Dietz, Dr. Manfred Rünnenburger und Hajo Stuhlträger, für aktiven Einsatz und großes Engagement für den Erhalt der Gießhalle und eine zukunftsgerichtete Orientierung des Denkmals:


„Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist die Arbeit die unbezahlbar ist.“



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