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Aus der Geschichte
1770 ließ der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus eine Eisenhütte auf dem Areal errichten.
1815
ging die Sayner Hütte mit dem Rheinland an die preußische Krone. Diese verfügte damit neben Gleiwitz und Berlin über eine dritte Eisengießerei. Unter der Leitung von Carl Ludwig Althans, einem hervorragenden Ingenieur, produzierte die Hütte nicht nur Baueisen, Maschinen und Geschütze, sondern auch Objekte aus Eisenkunstguss. Herausragende Exponate aus dieser Zeit, die unter dem Begriff “Berliner Eisen” (Berlin Iron / fer de Berlin) bekannt wurden, sind im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum im Schloss Sayn zu besichtigen.
1830 wurde im Rahmen einer Erweiterung der Hütte eine neue Gießhalle vollendet – „die“ historische Gießhalle.
1865
kaufte Alfred Krupp das „Eisenhüttenwerk zu Sayn“ samt „den Eisensteingruben bei Horhausen“, denen sein besonderes Interesse galt. In Kruppscher Zeit wurde eine weitere Halle aus Ziegelsteinen erbaut, die „Krupp'sche Halle“.
1926 wird die Sayner Hütte stillgelegt. Gelände und Gebäude gelangten 1927 ins Eigentum der Stadt Bendorf.
1976 kurz vor dem Abriss erwarb der Ingenieur Heinrich
Strüder die gesamte Anlage. Er investierte mit Unterstützung von Bund und Land, so dass die historische Gießhalle als Werkhalle weitergenutzt und damit erhalten werden konnte.
2004
nach erneutem Eigentümerwechsel gelangte der Komplex ins Eigentum der Stadt Bendorf mit dem erklärten Ziel, die historische Gießhalle vor dem Verfall zu bewahren und das Gelände einer neuen Nutzung zuzuführen.
2011 Dank wegweisender Beratung durch Professor Dr. Karl Ganser und mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz sowie des Landkreises Mayen-Koblenz konnte das Umfeld der
historischen Giesshalle so gestaltet werden, dass sich diese heute deutlich besser in ihrer kargen Schönheit präsentieren kann.

Heute
Die Sayner Hütte mit Hochofen, Gießhalle, barockem Comptoir und Nebengebäuden zeugt von der bewegten
Geschichte der Eisenverhüttung im Rheinland. Die Gießhalle ist zugleich als Unikat herausragendes „Wahrzeichen“ der
Ingenieur-Baukunst und Gusseisen- technologie zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Stadt Bendorf hat mit dem Erwerb
des Denkmals eine kulturgeschichtlich große Vorleistung erbracht. Erhalt und Entwicklung der Sayner Hütte aber sind eine
Gemeinschaftsaufgabe europäischen Ausmaßes, in die sich derzeit das Land Rheinland-Pfalz, der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Bendorf teilen.
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